Blauer Fisch – Franziska Aschwanden
Es ist Morgen früh und mitten im Pazifik erlebt ein kleines Wesen seine ersten paar Minuten. Es ist ein kleines, dünnes, blaues Fischmädchen mit grossen Äuglein. „Du sollst Lilly heissen,“ flüstert eine leise Stimme zu ihr. Es ist ihre Mutter Jahra. Gerade eben ist nicht nur ein neuer Fisch geboren, sondern auch die glücklichste Mutter der Welt entstanden.
Ihre ersten Wochen erlebt Lilly sorglos und glücklich. Doch ihre Mutter ahnt, dass sich das bald ändern wird. Die Fischereisaison geht bald los. Doch daran will die glückliche Mutter nicht denken. Jetzt hat sie ein Kind und jetzt will sie das geniessen. Die beiden schwimmen mit der Hoffnung auf Futter durch die Unterwasserwelt. Lilly staunt: Ausser ihr und ihrer Mutter gibt es noch so viele andere Fische und Tiere. „Verstecken!“, ruft die Mutter.
Die beiden verstecken sich hinter einigen Korallen. „Das ist ein Hai“, flüstert die Mutter, als der Hai vorbeischwimmt. „Der ist gefährlich.“ Und so fängt der Ernst des Lebens für die kleine Lilly an. Sie lernt was giftig ist, und was man essen kann. Welcher Fisch einem nichts tut und welcher gefährlich ist. Wie man auf Jagd geht und wo man am besten versteckt ist und so weiter. Lilly ist glücklich. Doch sich merkt auch, dass irgend etwas an ihrer Mutter anders ist. Sie wirkt irgendwie traurig. „Was ist mit dir los Mama?“ „Ich muss an deinen Vater denken. Er ist vor einem Jahr von einem Fischer gefangen worden.“ „Was ist ein Fischer?“ „Das wirst du früh genug erfahren. Komm. Ich bin müde, wir schwimmen zu unserer Höhle.“ Doch kaum sind sie wieder in ihrer Höhle fragt Lilly: „Warum willst du mir nicht sagen, was mit Papa passiert ist?“ „Ich will nicht, dass du schlecht schläfst.“ „Bitte, erzähl es mir!“ „Na gut, also er ist tot.“ „Was ist tot?“ „Kannst du dich an den Hai erinnern?“ „Ja.“ „Wenn man zwischen seine Zähne gerät, lebt man nicht mehr und das nennt man tot. Doch das passiert nicht nur, wenn man von einem Hai gefressen wird, sondern auch wenn ein so genannter Fischer ein Netz auf den Meereseboden wirft. Wenn wir da hineinschwimmen kommen wir nicht mehr hinaus. Er zieht das Netz hoch und man wird getötet und von irgend jemandem gegessen und ist auch tot.“ „Und in so eineFalle ist Papa geraten?“ „Ja, aber komm, wir gehen schlafen.“ „Gute Nacht, Mama.“ „Gute Nacht, meine Kleine.“
Am nächsten Morgen schwimmen sie aus der Hähle hinaus. Jahra wundert sich: „So viele Fische auf einem Haufen. Mal sehen, was da los ist.“ Die beiden schwimmen zu den anderen, was ein Fehler ist. „Oh, wir sind in einem Netz! Ich glaube du kommt noch durch eine Masche hinaus. Aber ich bin zu dick. Irgendwann sehen wir uns in einem andern Leben wieder.“ Traurig schlüpft Lilly durch eine Masche des Netzes hinaus. Ihre Mutter winkt ihr ein letztes Mal zu. Die Jahre verstreichen und aus der kleine Lilly wird eine elegante Fischdame. Eines Tages schwimmt Lilly auf Nahrungssuche an der grossen Korallenbank vorbei. Dort sieht sie einen Fisch. Er sieht fast genaus so aus wie sie. Sie lernen sich kennen und nicht lange danach verlieben sie sich, und so … Es ist spät am Abend und mitten im Pazifik erlebt ein kleine Wesen seine ersten paar Minuten …
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All diese Trauer: Es war einmal ein Fisch, der eine wunderschöne blaue Farbe hatte. Der Fisch heisst Mimi. Mimi hat einen besten Freund. Mimis beste Freundin heisst Coki. Coki ist ein schokoladenfarbiger Fisch, wegen dem heisst Coki so. Mimi und Coki sind einmal spazieren gegangen. «Ich brauche eine kleine Pause», sagte Coki. Mimi und Coki sitzen irgendwo und plötzlich sind beide eingeschlafen bis in die Nacht. In der Nacht sind sie aufgewacht. Mimi und Coki haben ganz viel Angst gehabt. Sie wollten nach Hause, aber es war ganz dunkel. Mimi und Coki sind dann von dort wo sie stehen geblieben sind ein bisschen weitergelaufen. Doch dann sind sie wieder müde geworden und sind stehen geblieben, bis wieder Morgen geworden ist. Nachher sind Mimi und Coki nach Hause gegangen. Endlich konnten Mimi und Coki etwas essen und zusammen spielen.







